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OBERDORF

Gallo-römische Brandgräber sprechen für die Besiedlung im 1./2. Jahrhundert und für die Eingliederung unserer Region in den römischen Kulturkreis.

Seit dem 10. und 11. Jahrhundert weiss man von einem "Steinhus zu Büren", von den Edlen zu Waltersberg und von den Edlen von Aa zu Gisi in Oberdorf.

Als nach den Freiheitskämpfen die Talleute die Gerichtsbarkeit selber ausübten und die Zehntlasten ablösten, waren die Ministerialgeschlechter (z. B. die Waltersberg) bald ohne Arbeit und Verdienst, wanderten ab oder starben aus.

Die Ürte Waltersberg, die kleinste Ürte im Kanton Nidwalden, ist urkundlich erstmals 1426 erwähnt. Das Gebiet dieser Ürte erstreckt sich vom Aawasser über die Wilgass bis zur Buochser Grenze und zu derjenigen der Kapellgemeinde Büren. Das Eigentum der Ürte Waltersberg beträgt 14,6 Hektaren im Gebiet Geissholz am Buochserhorn.

In Wil an der Aa versammelten sich bis 1996 die Landleute von Nidwalden zur alljährlichen Landsgemeinde. 1850 wurde, im Zuge der revidierten Kantonsverfassung, aus den Ürten Waltersberg, Büren nid dem Bach und dem oberen Teil des Dorfes Stans die Bezirksgemeinde Oberdorf gebildet. Kirchlich blieb der Ortsteil Oberdorf inkl. Waltersberg mit der kath. Kirchgemeinde Stans verbunden. Für den Ortsteil Büren besteht eine eigene Kapellgemeinde.


BÜREN

Die Herren von Büren, als Angehörige der Ministerialität des 13. Jahrhunderts, hatten ihren Sitz vermutlich im "Schlössli". Bereits 1494 wird in einer Urkunde die Kapelle von Büren erwähnt. 1595 wurde sie durch eine grössere Kapelle ersetzt. 1863 erstellten die Bürer eine neue Kaplanei und 1868 konnte ein neues Gotteshaus eingeweiht werden. Anstelle dieses Gotteshauses baute man 1968 die Bruderklausenkirche.

In Büren wurde früher Tuff, im Volksmund "Duft" genannt, abgebaut. Tuff besteht aus Kalk, der aus dem Quellwasser abgelagert wird. Er war ein beliebtes Baumaterial und fand unter anderem auch bei der Kirche und beim Rathaus in Stans Verwendung.


NIEDERRICKENBACH

Bereits ab 1190 bezog das Kloster Engelberg Einkünfte von den "inferiori Rikinbach". Niederrickenbach ist seit 1314 ständig bewohnt.

Nach einer Legende soll ein junger Hirte aus Büren namens Zumbühl, der während des Sommers 1528 eine Schafherde im Haslital hütete, eine Marienstatue vor Bilderstürmern gerettet haben. Als der Winter Einzug hielt, kehrte Zumbühl mit dem geretteten Marienbildnis nach Büren zurück. Er hütete es dort sorgsam und verehrte es andächtig. Im Frühjahr 1529 wurde Zumbühl Schafhirt unterhalb der Musenalp. So zog er mit seiner kleinen Habe und der Marienstatue dorthin. Die Marienstatue stellte er in die Höhle eines knorrigen Ahornbaumes. Als er sie dort nach der Alpzeit wieder herausnehmen wollte, liess sie sich nicht mehr entfernen.

Später beschloss man, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Seither wird im Vertrauen auf die Gottesmutter Maria im Ahorn nach Niederrickenbach gepilgert. Die heutige Kapelle wurde 1869 eingeweiht.

1864 bezogen die Benediktinerinnen das Kloster Maria Opferung. Bis 1980 führten die Schwestern ein Mädchenpensionat. Seit 1911 führt eine Luftseilbahn nach Niederrickenbach.